Heidi Herbig

Entwicklerin lebendiger Organisationen

„Ich bringe Menschen und ihre Orte zum Leuchten.“

Heidi Herbig ist auf einem Siedlerhof aufgewachsen. Ihr Großvater nahm sie mit ins Feld und in die Werkstatt. Ihre Großmutter las ihr Grimms Märchen vor. Die Mutter bewirtschaftete einen großen Garten, zeigt ihr wie Bevorratung geht und baute einen eigenen Hofladen auf. „Das ist meine Basis, mein Bild von einem guten Leben.“

Was sich dort gesund anfühlte, wurde zu einer Art innerem Maßstab. Eine Qualität, die sie seitdem in allem wiedererkennt – oder vermisst.

Ihr beruflicher Werdegang verlief klassisch: Spedition, Wirtschaftspädagogik, dann der Aufbau von Unternehmen und Teams in der Telekommunikationsbranche. „Wir haben Menschen gesucht, die das alles noch gar nicht konnten, weil es dieses Feld noch gar nicht gab.“ Doch wie begeistert man Menschen für etwas, das es noch nicht gibt? Wie stellt man Teams zusammen, die funktionieren? Diese Fragen begleiteten sie durch verschiedene Branchen und Rollen – als Personalerin, als Beraterin, als Unternehmerin.

2018 kam der Bruch. Kein sanfter. Es war ein Moment, in dem kaum etwas übrig war: kein Geld, familiäre Wurzeln fast gekappt, das Gefühl, ganz hilflos zu sein. Und gleichzeitig fiel ein Schleier. Zusammenhänge wurden plötzlich sichtbar. „Alles, was ich bis dahin gelernt hatte – wie ich mit Menschen umgehe, wie ich Räume halte, wie ich Entwicklungen voranbringe – das braucht jetzt einen anderen Boden.“

Seit diesem Moment arbeitet sie nur noch mit Menschen und Visionen, von denen sie weiß, dass sie zukunftsfäghig sind. In der Zukunftsstiftung begleitet sie Initiativen und Gemeinschaften. Sie hilft ihnen, ihre Vision zu schärfen, die Wertschöpfung im Blick zu behalten und die richtigen Menschen zusammenzubringen – „damit es auch tragfähig wird und nicht nur ein Wolkenkuckucksheim bleibt“.

Was sie antreibt, ist eine einfache Überzeugung: In der Begegnung zwischen Menschen entsteht ein Lernraum. In diesem Lernraum hat jeder einzelne Mensch die Möglichkeit, seinen nächsten Schritt zu erkennen.

Die Zukunftsstiftung ist für Heidi auch ein persönlicher Entwicklungsraum. „Dass wir auch im Innen das leben, was vielleicht auch das Außen braucht.“