Mona Lenzen-Abouleish

Tochter des Gründers von Sekem

„Kultur ist keine Zutat, sondern eine Bedingung.
Ohne sie bleibt jede Gemeinschaft, jede Initiative und jedes Bildungsprojekt unvollständig.“

Mona Lenzen-Abouleish

Der Name verrät es bereits: Bei Mona Lenzen-Abouleish treffen zwei Welten aufeinander. Ihre Mutter ist Österreicherin, ihr Vater Ägypter. Und diese doppelte Herkunft ist nicht nur eine biografische Fußnote, sondern der Kern ihrer Perspektive. Ihr Vater gründete vor 49 Jahren in der Wüste SEKEM – eine Kulturoase, die mit der Zeit zu einem Ort für Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und Kultur wurde.

Mona war 14, als es begann. Sie durfte ausprobieren, lernen und mitgestalten. Und sie durfte beobachten, wie ihr Vater seine Vorstellungen konsequent umsetzte. Er hat die Kultur gnadenlos eingebaut. Für alle Menschen. Es gibt keinen Tag, an dem es nicht etwas Kulturelles, Nährendes gibt. Nicht als Belohnung nach der Arbeit. Nicht als Sahnehäubchen. Sondern als das, was Menschen brauchen, um sich wirklich zu entwickeln.“

Mona wurde Eurythmistin. Dabei handelt es sich um eine von Rudolf Steiner entwickelte Bewegungskunst, die Sprache und Musik sichtbar macht. Nicht als Darbietung, sondern als Arbeit am ganzen Menschen: Körper, Seele, Geist.

Daneben ist Mona Pädagogin und fünffache Mutter. „Wir sind nicht gemacht, um zu sitzen. Wir sind dafür gemacht, als ganzer Mensch die Welt zu erfahren und mitzugestalten.“

In Europa beobachtet sie ein Ungleichgewicht: Das Bewusstsein für den Körper ist vorhanden – man joggt, geht ins Fitnessstudio und ernährt sich bewusst. „Aber wie nähre ich meine Seele und meinen Geist? Das ist die Aufgabe der Kunst, und das war schon immer so.“ Für Mona ist Kultur keine Zutat, sondern eine Bedingung. Ohne sie bleibt jede Gemeinschaft, jede Initiative und jedes Bildungsprojekt unvollständig.

Die Zukunftsstiftung beschreibt sie als „ein lebendiges Organ, das aus Menschen besteht. Ein Wärmeorgan, dessen Substanz die Erfahrung dieser Menschen ist.“ Ihr Beitrag darin: Sie bringt Initiativen, die entstehen wollen, von Anfang an die Bedeutung des Kulturellen nahe. Nicht, indem sie viel darüber redet – „das mache ich sehr selten“ –, sondern indem sie es gemeinsam tut. „Denn wenn wir es gemeinsam tun, erlebt jeder Mensch, was das mit ihm selbst macht.“

Ein paar Eindrücke