Miha Pogacnik Naval

Musik als persönlicher Erkenntnisweg

„Es bleibt im Grunde dabei, dass es sehr wichtig ist, diesen Kunstbegriff zu entwickeln, wo jeder lebende Mensch ein Gestalter einer lebendigen Substanz werden kann. Das ist der soziale Organismus.“

Joseph Beuys

Miha Pogacnik ist Geiger, Kulturdiplomant und Visionär. Seit über 50 Jahren erforscht er die schöpferischen Kräfte großer Meisterwerke – und macht sie für sein Publikum erlebbar. An der Musik Johann Sebastian Bachs zeigt er, wie Intuition im Ringen zur Gestalt wird. Es erklingen Meisterwerke, es entstehen archetypische Zeichnungen, und das Publikum wird Teil eines Dialogs, der unter die Oberfläche geht.

Miha Pogačnik startete als Kind in den slowenischen Alpen seine Musikerkarriere mit einem Akkordeon. Da er jedoch spiegelverkehrt spielte, also die Melodie mit der linken Hand, schlug ihm die Musikschule die Geige vor. So einfach war das. Und so folgenreich. Er besuchte gute Schulen, studierte in Deutschland, gab Konzerte und war erfolgreich. Aber früh spürte er: Etwas stimmt nicht. „Was einen in großer Kunst bewegt, ist doch viel mehr als Ästhetik.“ Das Kulturleben, wie er es erlebte, drehte sich im Kreis: Karrieren, die einander folgten, ein Publikum, das konsumierte, eine Kunst, die zur Unterhaltung für den Freitagabend wurde. Er suchte nach etwas anderem. Der Wendepunkt kam in der Kathedrale von Chartres. Anfang der 1980er Jahre organisierte Miha dort ein Festival und begann, Konzerte nicht mehr als Darbietung, sondern als Begegnungsraum zu verstehen. Aus diesem Erlebnis heraus lud Miha sein Publikum ein, die Rollen zu tauschen. Nicht mehr der Künstler reist dorthin, wo er gehört werden will, sondern das Publikum reist mit ihm an die Krisenorte der Welt. So entstanden über 200 Festivals, mit zehntausenden von Mitstreitern, von Budapest bis Amazonien und von Prag bis Ulaanbaatar. Im Zentrum steht immer die Begegnung der Menschen und Kulturen. Dieser Impuls mündete in Terra Parzival, Slowenien und dem Projekt Polyphone Europäische Identitäts-Karawanen. Dabei geht es ihm auch um ein neues Ergreifen für die Aufgabe Europas, des unvollendeten Meisterwerks

Seit den 1990 er Jahren trägt Miha seine visionäre Tätigkeit auch bis in die Führungsebene global agierender Unternehmen, um die künstlerischen Elemente der Musik in Themen wie Leadership, Innovation und Change Management nachhaltig zu verankern.

Ein paar Eindrücke